Pflegefachzentrum Guben

Sanierung der ehemaligen Grundschule 3 in Guben

Beschreibung des Bauvorhabens

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Achtung: Wer sich für die Warteliste vormerken möchte, wendet sich bitte mit Adresse und Telefonnummer schriftlich an uns.
Wir werden im 3. Quartal 2021 zu einem Tag der offenen Tür einladen und dort die Grundrisse, Preise und die Termine präsentieren.

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Viele Gubener verbinden mit der Wilhelm-Pieck-Schule ganz persönliche Erinnerungen. Sie haben hier ihren Schulabschluss gemacht, hier lesen und schreiben gelernt oder als Lehrer unterrichtet. Der Gebäudekomplex, der sich im Wohngebiet Hegelstraße befindet und damit mitten in der Stadt, liegt vielen Menschen am Herzen. Nun haben die Gubener Sozialwerke das Gelände erworben und planen dort die Errichtung einer Wohnstätte für Senioren.

„Die Menschen freuen sich, dass das Objekt eine neue Perspektive bekommt und damit zur Belebung des gesamten Quartiers beiträgt“, weiß Martin Reiher, Geschäftsführer der Sozialwerke. Er wohnt selbst nicht weit entfernt und ist froh, dass Vandalismus und Leerstand jetzt ein Ende haben. 20 Jahre stand das Haus leer, in dieser Zeit war immer wieder über eine mögliche Nachnutzung diskutiert worden, selbst ein Abriss war kurzzeitig im Gespräch. Der aber war schnell wieder vom Tisch – zum Glück. Denn das Gebäude und die Außenanlagen sind als Einzeldenkmale geschützt.

Für Planer Christian Prieß ist das Objekt Herausforderung und Geschenk zugleich: „Wir planen und begleiten viele Objekte. Aber es ist einmalig, so eine gute Bauqualität vorzufinden, die wir teilweise selbst 70 Jahre nach dem Bau noch nutzen können. Der Komplex hat Seltenheitswert und ist nicht umsonst denkmalgeschützt.“ Das Denkmal wird behutsam saniert, vieles wird erhalten, darunter die imposanten Holzdecken in Aula und Sporthalle, die Fassade und größtenteils auch die Raumstruktur.

Nachdem die Gubener Sozialwerke das Gelände erwerben konnten, die Finanzierung gesichert ist und der Bauantrag genehmigt wurde, kann es nun endlich losgehen. Zunächst werden Anfang 2021 erste Bäume gefällt, für die bereits Ersatzpflanzungen vorgesehen sind. Zudem wird das Gelände eingezäunt, auch um weiterem Vandalismus vorzubeugen. Voraussichtlich ab Herbst 2021 werden die einstigen Klassenräume zu barrierefreien Wohnungen umgebaut. In den zwei oberen Etagen wird betreutes Wohnen möglich sein, deren 18 Wohnungen sind dann über einen Aufzug erreichbar. Der Schulhof wird zum grünen Innenhof für die Anwohner. Im Erdgeschoss entstehen eine Begegnungsstätte für die Bewohner und Verwaltungsräume, eine Tagespflege wird einziehen. Diese Bereiche werden vorrangig für die Senioren und ihre Angehörigen vorbehalten sein. Daneben ziehen ein Restaurant mit Mittagsangebot, ein Frisör sowie Kosmetik und Fußpflege ein. Die Aula wird zum Restaurant mit Terrasse umgebaut, in der Sporthalle entsteht ein Begegnungszentrum für alle Generationen. Hier soll es Seniorentreffs geben, Schwangeren-Beratung, Diavorträge, kleine Konzerte.

„Diese Angebote wollen wir ganz bewusst für alle Gubener offen halten und ein neues Begegnungszentrum für die Anwohner schaffen“, sagt Martin Reiher, der zugleich als GuWo-Geschäftsführer die Sanierung mehrerer Wohngebäude in dem Gebiet verantwortet. Auch die Stadt investiert kräftig in das Quartier. Für drei Millionen Euro lässt sie Straßen, Fußwege, Beleuchtung und Entwässerung erneuern. Der etwas in die Jahre gekommene „Platz des Gedenkens“ wird ebenfalls wieder zu einer grünen Oase für die Anwohner.

Mit den Investitionen an der Pieckschule durch die Gubener Sozialwerke bekommt das Wohngebiet nun ein weiteres Schmuckstück, die historischen Gebäude können erhalten werden. Einzig die Ausstellungshalle, die nicht unter Denkmalschutz steht, wird abgerissen. An ihrer Stelle entsteht eine Seniorenresidenz mit 82 vollstationären Pflegeplätzen. Die Besonderheit hier ist der Demenzgarten im eingefriedeten Innenhof: „Damit schaffen wir einen geschützten Bereich, in dem sich die Senioren frei bewegen und ihre Sinne schulen können“, blickt Architekt Christian Prieß voraus. Über spezielle Pflanzen und Klangspiele sollen die Sinne angeregt werden.

In die Sanierung der bestehenden Gebäude und den Neubau investieren die Gubener Sozialwerke insgesamt knapp 20 Millionen Euro. Davon sollen 4,5 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln kommen. Weitere 15,4 Millionen Euro kommen aus einem Darlehen, das die Stadt Guben aufnimmt und an die Sozialwerke weiterreicht. Einen entsprechenden Beschluss hat die Gubener Stadtverordnetenversammlung am 11. November 2020 gefasst.

Die Pieckschule ist damit das größte Investitionsvorhaben im kommunalen Doppelhaushalt 2021/2022. Für viele Gubener schließt sich damit ein Kreis: Jener Ort, der ihre Kindheit und Jugend geprägt hat, wird nun wieder ein Ort für Begegnungen, für den Lebensabend und das Miteinander aller Generationen.